Home > Schlager > Julian David >

Julian David

"Ich brenne für Schlager"

Als Mitglied der Gruppe voXXclub feierte er große Erfolge, im Juni stieg Julian David allerdings aus, um sich seiner Solokarriere als Schlagersänger zu widmen. Wir haben ihn im ÖMM-Interview nach seinen Beweggründen gefragt.

ÖMM: Du bist von der erfolgreichen, modernen Band voXXclub freiwillig ausgestiegen, um Schlagersänger zu werden. Eine ziemlich riskante Entscheidung oder?

Julian: Es gibt kein Risiko, Angst ist immer ein schlechter Berater. Es gibt nur Plan A und für den brenne ich. Den einfachen Weg schafft jeder, ich habe es lieber steinig. Natürlich wäre es leichter gewesen die Lederhose einfach anzubehalten und weiterhin ein bisschen auf Volksmusik zu machen, aber das bin ich nicht. Ich kann das zwar verkaufen, aber das ist nicht authentisch.

ÖMM: Aber es hätte es ja auch sein können, dass du durch diesen musikalischen Wechsel viele deiner Fans verlierst...

Julian: Klar hätte das passieren können, aber sie gehen alle mit und das ist das Tolle. Ich hatte bereits die ersten Konzerte, mein erster Auftritt war mit Heino und es waren alle da. Von der Volksfestmucke, die ich gemacht habe, zu der jetzigen ist natürlich ein großer Spalt, aber sie gehen mit und das ist das Schönste. Dass mir die Leute auch ohne diesem alpinen Touch folgen, weil es ihnen um mich als Person geht.

ÖMM: Wann und warum hast du dich eigentlich dafür entschieden, die Gruppe zu verlassen?

Julian: Das hatte sich peu à peu entwickelt. Ich bin dankbar, dass ich bei voXXclub dabei sein durfte, aber es haben sich im Laufe der Zeit einfach unterschiedliche Visionen entwickelt und wennman dann wie ich auch noch irgendwie zum Gesicht der Band wird, dann ist das natürlich auch intern nicht immer so lustig. Daher war im Frühjahr einfach der Punkt gekommen, um zu sagen: Okay, bevor wir uns die Köpfe einschlagen, ist es besser wenn jeder seine eigenen Visionen verfolgt. Aber es ist alles gut. Ich hatte dort eine gute Zeit, aber für mich gibt es keinen Blick zurück, sondern nur nach vorne.

ÖMM: Wann hast du dann eigentlich mit den Arbeiten an deinen ersten Solonummern begonnen?

Julian: Sechs Wochen haben wir für das Album gebraucht. Am 11. Juli war die Verabschiedung bei Florian Silbereisen und erst dann hat die Produktion begonnen. Ich habe für die Band bis zum letzten Tag alles getan, da lief auch nicht parallel etwas im Hinterstübchen.

ÖMM: Warum hast du dir dann nicht mehr Zeit gelassen?

Julian: Ich brenne, ich habe Lust und ich will. Außerdem herrschte natürlich große Aufregung bei den Fans und ich wollte für die Leute schnell wieder da sein.

ÖMM: Wusstest du gleich von Anfang an in welche Richtung es musikalisch gehen soll?

Julian: Ich bin ein Stadtkind und was ich jetzt mache ist urbaner Sound, der war relativ schnell gefunden. Es sollte sehr international klingen, weil ich orientiere mich nicht an dem was es schon gibt, sondern eher an Justin Timberlake und Beyoncé. Auch beim Musikvideo war es mir wichtig, dass die Schlagerwelt so etwas noch nicht gesehen hat. Mein Ansatz war, alles was es schon Tolles im Schlager gibt zu nehmen und noch einen Schritt weiterzudenken. Es sind noch mehr Dance-Elemente drinnen, noch ein paar Takte Electro, die es so bislang noch nicht im Schlager gab. Ich sage daher ganz klar: das ist der modernste Schlager, den es gibt.

ÖMM: Mit wem hast du diesen Sound entwickelt?

Julian: Ich hatte drei Top-Produzenten, die alle nicht aus dem Schlagerbereich kommen. Die erste Single "Am Ende des Tages" hat beispielsweise Marc Lennard geschrieben, der auch den Coca-Cola-Weihnachtshit "Wonderful Dream" von Melanie Thornton produziert hat.

ÖMM: Viele wundern sich, warum du überhaupt plötzlich ins Schlagerfach wechseln wolltest...

Julian: Das ist das was ich eigentlich immer machen wollte. Meine Oma hat mir schon als Kind immer die Lieder von Roland Kaiser, Howard Carpendale und Joy Fleming um die Ohren gehauen und deshalb ist Schlager für mich echt eine Herzensangelegenheit.

ÖMM: Für die deutschen Medien war dein Ausstieg gleich ein gefundenes Fressen, nervt dich das?

Julian: Stimmt, die Presse war sehr provokativ mit Schlagzeilen a la ‚Ist er die männliche Helene Fischer?‘, aber ganz ehrlich: das freut mich total. Helene Fischer? Darauf arbeite ich auf jeden Fall hin. Ich möchte schon Julian David sein, aber das ist der schönste Vergleich den es gibt.

Foto: © Universal Music

 

 

Nächster ÖMM Erscheinungstermin

Aktuelle Ausgabe