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Coverstory: Die Grubertaler

Grubertaler-Partyzeit

Während andere Acts das neue Jahr eher langsam angehen, starten die Grubertaler alljährlich rund um Silvester immer gleich voll durch. Bereits zum siebten Mal bringt das Tiroler Trio eine neue "Partyhits"-CD auf den Markt, außerdem stehen in den kommenden Wochen gleich unzählige Auftritte und TV-Aufzeichnungen auf dem Programm.

Vielerorts wird der Fasching als fünfte Jahreszeit bezeichnet, wir würden gerne etwas ähnliches machen, allerdings noch ein wenig außergewöhnlicher. Ob es denn möglich wäre, den Monat Jänner einfach generell in "Grubertaler-Partyzeit" umzubenennen? Vermutlich ist die Umsetzung dieses Plans zwar ziemlich schwierig, aber verdient hätten es sich die drei Vollblutmusiker aus dem idyllischen Tiroler Volderberg auf jeden Fall. Während man sich beispielsweise auf den Schnee zu Weihnachten längst nicht mehr verlassen kann, so lassen uns die Grubertaler nie im Stich. Vor wenigen Tagen haben sie zu Silvester gleich in zwei Fernsehsendungen groß aufgespielt, sowohl bei der "Stadlshow" als auch bei "Die große Silvester-Schlagerparty 2015" im MDR haben sie für Bombenstimmung gesorgt und seit dem 02. Jänner gibt es die neuesten Stimmungskracher von Florian, Michael und Reinhard Klingenschmid auch im Handel zu kaufen. Wie mittlerweile schon gewohnt – darum sollte der Jänner wirklich umbenannt werden – haben die Grubertaler auch heuer wieder gleich zu Jahresbeginn ein neues "Die größten Partyhits"-Album veröffentlicht. Anfangs noch von vielen belächelt, hat sich die Entscheidung der Grubertaler, neben volkstümlicher Musik, auch ins Partygenre zu wechseln, als absoluter Publikumsvolltreffer und wegweisende Karriereentscheidung entpuppt. Heuer erscheint nun bereits die siebte Auflage der erfolgreichen CD-Reihe, die Ende Dezember 2009 eigentlich als Art Versuch gestartet wurde, mittlerweile die volkstümlichen Grubertaler-Produktionen aber ganz klar in den Schatten stellt. Vier der bisherigen sechs Ausgaben haben sich in Österreich mehr als 7.500 Mal verkauft und damit Gold-Status erreicht, von den traditionelleren Alben des Trios ist das lediglich mit "Im Tagebuch von Muatarl" (2013) gelungen. "Vor sieben Jahren haben wir dieses Projekt mit der Partymusik auf CD ein erstes Mal versucht. Wir haben vor vierzehn Jahren, als wir begonnen haben, mit der Volksmusik gestartet, aber wir haben festgestellt, dass in der heutigen Zeit diese Schlager- und Partymusik sehr viel Anklang findet und so ist es dazu gekommen", erinnert sich Frontmann Florian Klingenschmid an die Anfänge der "Die größten Partyhits"-Serie zurück.

Sollten Sie mit der langen Karriere des Tiroler Trios noch nicht so bewandert sein, ein kurzer Überblick über die Geschichte der Grubertaler. Die erfolgreiche Gruppe besteht aus den beiden Brüdern Florian und Michael und ihrem Großcousin Reinhard. Aus Liebe zur Musik gründeten sie vor vierzehn Jahren die Grubertaler und veröffentlichten noch im selben Jahr ihr volkstümliches Debüt "A bisserl Mozart, a bisserl Strauss". Mit dem vierten Rang im Endklassement des "Grand Prix der Volksmusik 2004" machte das Trio kurz darauf erstmals auch international auf sich aufmerksam und staubte mit dem Herbert-Roth-Nachwuchspreis des MDR auch prompt seine erste Auszeichnung ab. Seither folgten mehrere "Top of the Mountain"-Music-Awards, 23 weitere CD-Produktionen und Buchungsanfragen en masse. Mittlerweile zählt das Dreigespann zu den erfolgreichsten Formationen der Volksmusik – als auch Schlagerwelt.

Zurück zum neusten Ableger "Die größten Partyhits – Volume VII": Der neueste Grubertaler-Silberling steht unter dem Motto "Music for Life – Party ohne Limit" und macht mit seinen zwölf Nummern ordentlich Druck in den Lautsprechern. Wie auch schon bei den Vorgängern, setzt sich die Trackliste des Albums aus aufgepeppten Coverversionen bekannter Schlager anderer Interpreten sowie aus einigen Neukompositionen zusammen. Letztere haben es diesmal in sich: "Hasta La Vista Austria" ist ein flottes und zugleich wunderschönes Lied über unsere kleine aber feine Alpenrepublik. "Der Song ist eine mitreißende Partynummer und versteht sich als Hommage auf unser Heimatland Österreich", so die Grubertaler. Ganz große Fans dürften die Nummer übrigens schon kennen, denn Florian, Michael und Reinhard haben "Hasta La Vista Austria" bereits im letzten Sommer in der ARD-Fernsehshow "Immer wieder sonntags" präsentiert. Geschrieben und produziert wurde die Nummer übrigens von Oliver Lukas und Miha Hercog, die in der Vergangenheit schon mit Stars wie Andrea Berg, Beatrice Egli und Semino Rossi zusammengearbeitet haben. Und auch die brandneue Single "Ich nannte sie Jeanee", zu der es auf der Bonus-DVD der limitierten Deluxe-Edition des Album auch ein Musikvideo zu sehen gibt, geht unheimlich schnell ins Ohr und hat definitiv das Potential zum Grubertaler-Kultsong.

"Wir haben festgestellt, dass in der heutigen Zeit diese Schlager- und Partymusik sehr viel Anklang findet."

Was die Coverversionen des Albums betrifft, haben die drei Musiker ebenfalls eine unterhaltsame Mischung aus Evergreens wie Matthias Reims "1000 Mal" und verhältnismäßig noch recht jungen Partyhits wie "Wenn es für uns kein Morgen gibt" (2014) von Friedl Würcher und seinem Nockalm Quintett zusammengestellt. Welche Songs auf den "Partyhits"-CDs landen, wird übrigens folgendermaßen entschieden: "Wir sammeln das ganze Jahr über Lieder zusammen, ganz egal, ob aus dem Internet, welche die man im Radio hört oder auf Veranstaltungen. Am Ende des Jahres machen wir uns dann eine Liste und diejenigen, die am besten abschneiden sozusagen, die kommen dann auf das Album. Natürlich hoffen wir dann auch immer, dass diese Auswahl auch unseren Freunden und Fans gefällt", erklären Florian und Michael Klingenschmid gemeinsam. "Wir haben da wirklich eine Liste mit einer Punkteabstimmung, da bekommt dann jeder Titel seine Punkte."

Diesmal konnten sich, neben den bereits erwähnten Titeln, unter anderem auch folgende Nummern für die neue CD qualifizieren: "Für Den Rest Meines Lebens" (2006) von den Fidelen Mölltalern, "Blondes Wunder" (1990) von Bernhard Brink, "Ich glaub’, es geht schon wieder los" (1988) von Roland Kaiser, "Komm, reiß mich auf" (1998) von den AlpenRebellen sowie die zwei erst im letzten Jahr im Original erschienen Songs "Pilot in der Nacht" der Domingos und "Tu mir das bloß nicht an" der Kaiser. Vor allem live werden diese Lieder den Fans garantiert jede Menge Spaß bereiten, denn seien wir uns ehrlich: Zuhause mit Freunden eine Grubertaler-Party zu machen hat zwar auch seinen Reiz, gemeinsam mit der Band auf einem Konzert abzufeiern, ist allerdings noch ein wenig schöner. Zum Glück sind die drei Klingenschmids fleißig und auch im neuen Jahr wieder viel unterwegs. Rund 150 Auftritte absolvieren die Grubertaler jährlich, Tendenz weiterhin zunehmend.

In den nächsten Wochen geht es sogar wieder richtig zur Sache. Ende Jänner werden die Grubertaler bei der "1. Musikanten – WOK – Meisterschaft" nicht nur auf der Bühne stehen, sondern auch in einer asiatischen Pfanne den Eiskanal der Olympia-Bobbahn Innsbruck/Igls hinunterrasen. Am Samstag, den 05. März 2016, findet in Tulfes außerdem schon die insgesamt "14. Ramba Zamba Nacht" statt, der von den Grubertalern selbstveranstalteten Fanparty. Dass das Dreigespann trotz dieses dichten Terminkalenders bei jedem Konzert gut gelaunt und motiviert ist, habe laut Florian mit dem Rückhalt der eigenen Familien, aber auch der Einstellung der Gruppe zu tun. "Wenn man Gas gibt und mit Herz und Leidenschaft dabei ist, dann vergisst man die kleinen Wehwehchen auch einmal." Wenn das also keine Umbenennung des Jänners verdient hätte, dann wissen wir es auch nicht.

Fotos: ©

 

 

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