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Nana Mouskouri

Kein bisschen müde

1500 Songs, 230 Millionen verkaufte Tonträger. Mit 77 Jahren will Nana Mouskouri alles, bloß nicht stillsitzen. Ein "Rendez-Vous" mit der griechischen Madonna.

Ihr Haar ist noch immer pechschwarz und die markante Brille säumt nach wie vor ihre Augen. Augen, die bereits viele großartige KünstlerInnen kommen und gehen sahen. Augen, die nach wie vor wach sind, Begegnungen forcieren und Neuem aufgeschlossen entgegensehen. Nana Mouskouri ist mittlerweile 77 Jahre alt. Nein, man kann nicht sagen, dass sie 77 Jahre am Buckel hat. Diese Frau trägt ihre Lebenserfahrung mit Würde und Gelassenheit. "Ich habe mich vor vier Jahren von der Bühne verabschiedet, weil ich damals der Meinung war, dass das Business nicht mehr meine Welt sei und man durchaus irgendwann Jüngeren Platz machen muss", erklärt uns die griechische Lady bei unserem Exklusivinterview im Wiener Parkhotel Schönbrunn. Doch das Jubiläum ihres Welthits "Weiße Rosen aus Athen" schlug ihre "Ruhestand" sozusagen ein Schnippchen. Die Single verkaufte sich damals innerhalb eines halben Jahres rund 1,5 Millionen Mal. "50 Jahre ist es her als in Berlin die Weißen Rosen geboren wurden. Meine Managerin Elke kam zu mir und meinte, ob ich nicht aus diesem Anlass ein Konzert in Deutschland geben möchte. Ich muss zugeben, ich hatte Angst davor und trotzdem habe ich zugesagt. Tja, und nun sitze ich hier und habe gleich eine kleine Jubiläumstournee vor mir", lacht Mouskouri. Und diese wird sie für 16 atemberaubende Konzerte nach Österreich, Deutschland und Schweiz führen. Nana Mouskouri muss sich nichts mehr beweisen. Die gebürtige Griechin, Wahl-Pariserin und mehrfache Schallplattenmillionärin blickt in ihrer 50 Jahre andauernden Karriere auf bedeutende Zusammenarbeiten mit Künstlern wie Quincy Jones, Bob Dylan , Joan Baez und Julio Iglesias zurück. Aber still sitzt eine Nana Mouskouri deshalb noch lange nicht. Mit der Neuauflage von "Sieben schwarze Rosen", gesungen mit ihrer Tochter Lenou stimmt Nana Mouskouri auf ihr Duettalbum "Rendez-Vous" ein, auf dem sie unter anderem Charles Aznavour, Julio Iglesias, Joan Baez und Alain Delon begleiten.

"Wir brauchen im Leben populäre Märchen und es ist für mich ein Trau wahr geworden, mit meiner Tochter gemeinsam singen zu dürfen", erzählt die Sängerin erfüllt von Mutterstolz. Mit viel Schlaf und Schwimmen halte sie sich fit. "Und der Gesang ist ohnehin das beste Training – besser als jede Gym-Einheit!" Disziplin sei es, mit der sie so weit gekommen ist. "Man muss immer das respektieren, was man hat – natürlich habe ich auch Parties gefeiert, als ich jung war, aber immer mit Maß und Ziel." Mouskouri bedauert die Schicksale jüngerer Kolleginnen wie Amy Winehouse und Whitney Houston. "Ich hätte wirklich gerne mit beiden einmal zusammengearbeitet", gesteht die Griechin. Wer noch auf ihrer Wunschliste
steht: "Annie Lennox – darin setzte ich noch große Hoffnung."

Foto: © Universal Music

 

 

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