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Charles Aznavour

Früher warst du lieb und schön, du lässt dich geh‘n, du lässt dich geh‘n...

Am 09. Dezember 2017 kommt Charles Aznavour in die Wiener Stadthalle.

„Du wirst doch wohl nicht singen wollen, mit einer Stimme wie der deinen? Sie fragten mich: ‚Wie wirst du weitermachen, mit dieser Stimme?‘ Tja, ich machte einfach weiter“, erinnert sich Charles Aznavour an den Beginn seiner Karriere. Mit seinem Schulfreund Pierre Roche begann er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Paris Musik zu machen und Songs zu schreiben. Eine erfolgreiche Karriere hätte dem Sohn armenischer Einwanderer damals aber keiner zugetraut. Nach Kriegsende lernte er Édith Piaf kennen, für die er nicht nur zahllose Lieder schrieb, sondern die ihn und Pierre 1947/48 auch auf ihre US-Tournee mitnahm. Es folgte der Durchbruch in Nordamerika, allen voran in Kanada, wo das Duo auch seine ersten Platten aufnahm. In Europa blieben diese ersten Achtungserfolge jedoch nahezu unbemerkt und Aznavour begann nach seiner Rückkehr nach Frankreich praktisch bei null – und das auch noch alleine, denn Pierre Roche blieb in Montreal. Die Jahre vergingen und es dauerte bis 1956 ehe Charles Aznavour auch in seiner Heimat der Durchbruch gelang. „Sur Ma Vie“ wurde sein erster Hit, danach ging es Schlag auf Schlag. Der 1,61 Meter große Sänger wurde mit seinen französischen Chansons weltberühmt und feierte in den Sechzigern auch als Schauspieler große Erfolge – unter anderem in den Kinofilmen „Die nach Liebe hungern“ (1959), „Jenseits des Rheins“ (1960) und „Das Testament des Orpheus“ (1960). Sein größer deutschsprachiger Hit gelang ihm im Jahr 1962 mit dem bis heute unvergessenen Song „Du lässt dich geh‘n“. Bis heute ist der mittlerweile 93-Jährige als Sänger und Songwriter aktiv. Im August wurde er mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt. Im Dezember kommt Charles Aznavour im Rahmen seiner aktuellen Welttournee sogar für ein Konzert in die Wiener Stadthalle. „Mit einem Stock laufen? Und meinen Bart lang wachsen zu lassen, weil ich mich nicht jeden Morgen rasieren kann? Das ist nicht mein Ding. Ein guter Ruhestand bedeutet, nicht im Ruhestand zu sein“, sagt er selbst.

Foto: © Nicolas Aznavour

 

 

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