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Semino Rossi

"Ich bin dankbar"

Der Schlagerstar hat derzeit gleich mehrere Gründe zum Feiern. Sein neues Album belegte zwei Wochen Platz eins der Charts, mit „Wir sind im Herzen jung“ gelang ihm ein Radiohit, außerdem wurde er kürzlich 55. Wir haben Semino Rossi deshalb zum Interview gebeten.

ÖMM:
Gratulation zu dem Erfolg mit deinem neuen Album. Was bedeutet dir so etwas?

Semino Rossi: Danke, das ist eine große Freude und ich bin sehr überrascht und sehr dankbar. Es ist heutzutage nicht selbstverständlich Platz eins zu haben und schon gar nicht zwei Wochen lang. Das ist etwas ganz besonderes. Bevor ich ein Album veröffentliche, hoffe ich aber nicht auf Platz eins oder Auszeichnungen, sondern dass meinen Fans die CD gefällt. Ich mache Musik, weil ich sie gerne mache und weil ich versuche, mit ihr die Menschen zu erreichen.

ÖMM: „Ein Teil von mir“ ist um einiges moderner als deine letzten Alben. Warst du vor der Veröffentlichung nervös, ob die neue Ausrichtung deinen Fans auch gefällt?

Semino: In den ersten Gesprächen mit dem Produzenten Thorsten Brötzmann hat er mir gesagt, dass wir vielleicht ein bisschen moderner werden sollten. Ehrlich gesagt, war ich mir da auch nicht ganz sicher, aber ich denke, dass wir die Richtung und die Linie von Semino Rossi nicht verloren haben. Es ist ein bisschen ein modernerer Sound, aber das ist in der heutigen Zeit notwendig. Aber klar war ich deshalb schon etwas nervöser, weil ich nicht wusste, wie die Leute darauf reagieren werden. Nach dem Erfolg der Single war ich schon etwas erleichtert und jetzt, wo das Album auch so gut angenommen wurde, bin ich sehr beruhigt (lacht).

ÖMM: Das stimmt, schon deine Single war ein Riesenerfolg. Bei unserem letzten Interview mit Fantasy hat sogar Freddy „Wir sind im Herzen jung“ vor sich hin gesungen. War dir bewusst, dass der Song solch ein Ohrwurm-Potential hat?

Semino: Ich habe eigentlich noch nie einen Hit gehabt. Es gibt viele gute Lieder, die die Leute gerne hören so wie „Ja - Ich würd‘ es immer wieder tun“ (2003) und viele andere, aber so einen richtigen Hit habe ich noch nie gehabt. Die Reaktion hat mich deshalb schon sehr überrascht und wirklich sehr gefreut.

ÖMM: Eine Sache, die sich bei dir nie ändert, ist, dass du vorzugsweise über Amore singst. Woher kommt die Liebe für die Liebe?

Semino: Ich glaube, wenn du Liebe bekommst, dann kannst du auch Liebe weitergeben. Ich habe viel Liebe bekommen und versuche diese deshalb mit meiner Musik weiterzugeben. Die Liebe ist und wird immer ein aktuelles Thema sein, über das gesungen wird – manche mehr und manche weniger, aber ich fühle mich sehr wohl wenn ich über die Liebe singe.

ÖMM: Du bist im Mai 55 geworden. So runde Geburtstage sind oft Anlass, um ein wenig zurückzublicken. Hättest du dir jemals erträumen lassen, dass du als gebürtiger Argentinier deutschsprachiger Schlagerstar werden würdest?

Semino: Nein, das habe ich natürlich nicht erwartet. Ich wollte ein Sänger werden, vielleicht in einem Theater singen, aber die heutigen Dimensionen waren für mich anfänglich unvorstellbar. Wenn ich mit meinen 55 Jahren auf meine bisherige Karriere zurückblicke, sind wunderschöne Sachen in meinem Leben passiert, mein großer Traum ist in Erfüllung gegangen. Man darf aber nicht vergessen, dass ich auf meinen Durchbruch aber immerhin auch fast zwanzig Jahre habe warten müssen.

ÖMM: Was sind so die schönsten Erinnerungen deiner bisherigen Musikkarriere?

Semino: Ich kann mich noch gut daran erinnern als ich meine erste Goldene Platte bekommen habe. Das war im Fernsehen und ich habe nichts davon gewusst, das war damals pure Emotion. Auch als Karl Moik beim „Stadl“ in Bremen als Überraschung meine Mama aus Argentinien eingeflogen hat oder mein allererster TV-Auftritt bei Florian Silbereisen im Jahr 2004. Das sind Momente und Höhepunkte, die ich garantiert niemals vergessen werde.

ÖMM: Was viele gar nicht wissen, ist, dass du ja gar nicht Semino Rossi heißt. Wie ist dieser Künstlername eigentlich entstanden?

Semino: Das war eine Idee meiner ersten Plattenfirma, da sie nicht wollte, dass ich als Omar Semino oder Omar Ernesto auftrete und so sind wir dann damals auf Semino Rossi gekommen. Das war eigentlich ein Zufall (lacht).

ÖMM: Wie nennen dich deine Freunde?

Semino: Alle Leute mit denen ich beruflich zu tun habe nennen mich eigentlich Semino, aber meine engen Freunde und meine Frau sagen schon Omar zu mir.

ÖMM: Du stehst mittlerweile seit so vielen Jahren erfolgreich auf der Bühne, bist du vor Auftritten eigentlich noch aufgeregt?

Semino: Ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass ich Lampenfieber habe, aber ich habe großen Respekt. Ich werde immer ein bisschen nervös bevor ich auf die Bühne gehe, denn ich möchte meine Aufgabe so gut wie möglich erfüllen, deshalb gehört diese Nervosität auch dazu. Ich habe ein Buch von Plácido Domingo gelesen, in dem er schreibt, dass es nicht normal wäre, wenn man vor einer Kulisse von tausenden Menschen nicht nervös wäre. Das gehört also einfach dazu.

ÖMM: Was hat sich Semino Rossi zum 55. Geburtstag gewünscht?

Semino: Gesundheit für mich und meine Familie, Frieden und dass es mit der Musik so weitergeht wie bisher. Solange sich die Leute Semino wünschen, werde ich auf der Bühne stehen und für sie singen.

Foto: © Konstantin Kurasch

 

 

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