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Coverstory: Ursprung Buam

"Wir haben viele schöne Erinnerungen"

Das Zillertaler Erfolgstrio feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Wir haben den Ursprung Buam deshalb die Coverstory dieser Ausgabe gewidmet und mit Martin Brugger ein ausführliches Gespräch über die Anfänge, die musikalische Ausrichtung und die größten Erfolge geführt.

„Wir haben ganz klein angefangen, sind wirklich quer durch die Lande getingelt und haben alles gemacht, wofür man uns angefragt hat“, erzählt uns Martin Brugger im großen ÖMM-Jubiläumsinterview über die Anfänge der Ursprung Buam. Bei kleinen Dorf- und Zeltfesten sorgten die Brüder Martin und Andreas Brugger und ihr Cousin Manfred Höllwarth für Stimmung, an ihre heutigen Erfolge war damals aber noch kein Hindenken. „Gerechnet haben wird damit natürlich nicht, aber jeder Musikant würde lügen, wenn er es sich nicht erhoffen würde. Im Endeffekt macht man ja Musik um Leute zu unterhalten und deshalb hofft man dann auch, dass es den Leuten gefällt und von möglichst vielen angehört wird. Aber warum und ob man mit seiner Musik erfolgreich ist, kann man als Musikant selber nur schwer beantworten. Das ist eine Frage, die man eigentlich dem Publikum stellen müsste, aber offenbar machen wir sehr vieles richtig.“ Siebzehn (!) Goldene Schallplatten, eine Platin-Auszeichnung, vierzehn Top-10-Platzierungen sowie einen Amadeus Austrian Music Award haben die Ursprung Buam in ihrem ersten Vierteljahrhundert angehäuft, außerdem standen die drei Musikanten in so ziemlich jeder namhaften Fernsehshow vor der Kamera. „Es ist deshalb sehr schwer, einen einzelnen Höhepunkt hervorzuheben. Die allererste Goldene Schallplatte war etwas ganz Besonderes, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern, denn so etwas kannten wir nur von Popstars und aus dem Fernsehen. 2011 haben wir dann einen Amadeus gewonnen, das war auch eine super Sache und natürlich die ganzen Fernsehauftritte. In den 25 Jahren sind schon einige schöne Erinnerungen zusammengekommen“, erzählt Martin Brugger.

Angefangen hat die Erfolgskarriere der Ursprung Buam im Rahmen ihrer Familie. „Bei uns liegt die Musik im Blut. Jeder kann ein bisschen singen und musizieren, aber so richtig ausgegangen ist es vom Großvater. Ich habe als Jugendlicher Geige spielen begonnen, aber alleine ist das nicht sehr unterhaltsam“, lacht Martin Brugger im ÖMM-Interview. „Ein paar Monate später ist dann der Andreas mit der Steirischen Harmonika dazugekommen und der Manfred war schon davor in der Hausmusik aktiv und ist dann auch noch als Begleitung dazugestoßen.“ Die Suche nach einem Bandnamen war auch sehr schnell beendet, entschieden sich die drei Tiroler Musiker doch einfach für ihren damaligen Lebensort. „Ursprünglich wollten wir uns Brugger Buam nennen. Mein Vater war aber Berufsjäger und wir haben damals am Ursprungpass gewohnt – dort zwischen Bayrischzell und Thiersee – und aus diesem Grund haben wir uns dann doch Ursprung Buam genannt. Das passt von der Herkunft, das passt von der Musik und wir waren alle drei sofort einverstanden und tragen diesen Namen bis heute sehr gerne.“ In der Silvesternacht 1992/93 hatte das frisch geformte Trio seinen ersten richtigen Auftritt, noch im selben Jahr brachten die Ursprung Buam ihr erstes Album auf den Markt – allerdings nicht als CD oder Schallplatte, sondern als Musikkassette. „Unsere Musik auf einem Tonträger in den Händen halten zu können war etwas ganz Besonderes. Vor allem weil es damals noch viel aufwändiger war ein Album im Studio aufzunehmen als heute. Anno dazumal konnte man nicht einfach den Computer anschmeißen und alles digital aufnehmen, da wurde noch richtig mit Bandspuren gearbeitet und wenn man einen Fehler machte, musste man neu einspielen. Das war schon noch eine ganz andere Zeit“, erinnert sich Martin Brugger. Seit damals ist nicht nur technisch sehr viel passiert, auch musikalisch hat sich die Szene verändert. Immer mehr volkstümliche Gruppen haben sich in Richtung Schlager entwickelt, doch die Ursprung Buam sind ihrem Klangbild über all die Jahre treu geblieben. „Wir haben anfänglich auch Schlagermelodien im Live-Programm gehabt, aber das haben wir schon vor Jahren bleibenlassen. Mittlerweile spielen wir nur noch typischen Ursprung-Buam-Sound. Es ist nicht so, dass uns Schlager nicht gefällt, aber für uns wäre das nicht das Richtige und es wäre auch langweilig wenn alle das Gleiche machen würden.“ Davon sind die drei Musikanten aus dem Zillertal aber zum Glück weit entfernt, denn die Ursprung Buam zeichnen sich seit 25 Jahren mit einem nahezu unverkennbaren Musikstil aus. Mit Harfe, Geige und Steirischer Harmonika ist das Trio in der volkstümlichen Musikszene allein auf weiter Flur. „Das stimmt, vor allem die Harfe spielt in der heutigen Volksmusik kaum noch eine Rolle. Man muss aber auch sagen, dass sie ein sehr ‚ungutes‘ Instrument ist“, lacht Martin Brugger. „Auf großen Bühnen ist es zum Abnehmen für die Tontechniker nicht sehr einfach, aber die Harfe gehört zu unserem Sound und macht uns in gewisser Hinsicht auch einzigartig.“ Der Grund für die Auswahl dieser Instrumente liegt einmal mehr in der Geschichte der Familie rund um Großvater Louis Höllwarth. „Bei uns ist noch die alte originale Hochzeitsmusik gespielt worden, die im Zillertal mittlerweile leider ein wenig ausgestorben ist. Die war traditionell mit Geige, Harfe und Steirischer besetzt und dadurch haben auch wir Burschen diese Instrumente mitgekriegt und erlernt.“

„Bei uns liegt Musik in der Familie. Da kann ein jeder ein bisschen singen und musizieren.“

In dieser musikalischen Konstellation sind Martin, Andreas und Manfred mittlerweile seit 25 Jahren unterwegs. Obwohl ihre Studioalben auch absolute Verkaufsschlager sind, sind die Ursprung Buam vor allem aufgrund ihrer tollen Live-Konzerte sehr beliebt. An rund einhundert Tagen des Jahres ist das Trio deshalb nicht in ihrer Zillertaler Heimat zu finden, sondern auf Bühnen in ganz Europa. An Motivation fehlt es den drei Musikern diesbezüglich aber nicht. „Wir sind froh, dass wir unsere Leidenschaft zum Beruf machen konnten, aber es ist in gewisser Hinsicht trotzdem auch eine Arbeit. Kein Maurer mag jeden Tag auf den Bau und kein Musiker will sieben Tage in der Woche spielen, aber das gehört einfach dazu und ist auch immer eine Frage der persönlichen Motivation. Wir machen unsere Musik sehr gerne und deshalb ist es für uns eigentlich nie ein Problem.“ Dennoch sei es wichtig, abseits der Bühne auch einen passenden Ausgleich zu haben. Martin verbringt seine Freizeit am liebsten mit Angeln und Fliegenfischen, Andreas kümmert sich in seinen Mußestunden zuhause um seine Hennen und Hasen und Manfred sei laut Martin eher ein Couch-Potato, der sich auf dem Sofa seine Entspannung holt. „Wir haben alle Drei unterschiedliche Hobbys, die uns runterholen. Es schadet auch nicht, dass wir uns zwischen den Konzerten und der Aufnahmezeit im Tonstudio mal ein paar Tage nicht sehen.“

Das neue Studioalbum „Die Zillertaler kemman“ entstand im Zeitraum der letzten zwölf Monate und ist eine Kombination aus neuer CD und Best-of. „Wir haben zum 25-jährigen Jubiläum 25 Lieder auf das Album gepackt, davon sind zwölf Nummern brandneu und dreizehn große Hits aus unserer Bandgeschichte. In Summewürde ich sagen, dass es ein typisches Ursprung-Buam-Album geworden ist“, erzählt Martin Brugger im Gespräch mit Chefredakteur Daniel Gräbner. „Es ist nicht immer leicht, etwas Neues zu produzieren und seinem typischen Stil trotzdem treu zu bleiben, aber ich denke, das ist uns auf diesem Album wieder sehr gut gelungen. Wir haben ein paar flotte Lieder und ein paar ruhigere, getragene Melodien dabei und wir hoffen, dass sie den Leuten gefallen.“ Bleibt zum Abschluss dieser großen Coverstory eigentlich nur noch eine Frage und die stellen wir bei Jubiläen besonders gerne: Wie lange werden wir die Ursprung Buam noch auf der Bühne sehen dürfen und wird es das Erfolgstrio auch in 25 Jahren noch geben? „Fakt ist: wir werden auch nicht jünger. Unser größter Wunsch ist es deshalb auf jeden Fall gesund zu bleiben, damit wir noch eine Zeitlang weitermachen können. Wir haben auf jeden Fall noch sehr viele Freude mit unserer Musik, aber es ist in dem Geschäft nun mal so, dass wir uns zwar viel wünschen können, es im Endeffekt aber davon abhängt, wie lange das Publikum die Ursprung Buam noch hören beziehungsweise sehen will. Wir hoffen aber natürlich, dass unsere Musik den Leuten auch nochmal 25 Jahre lang gefällt“, grinst Martin
Brugger abschließend.

Fotos: © Pressefotos


 

 

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