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Monika Martin

"Einmal und für immer"

Der Grazer Schlagerstar war Anfang Mai auf großer Interview- und Promotion-Tour. Wir haben Monika Martin zum Gespräch getroffen und mit ihr über ihr neues Album geplaudert.

ÖMM: Du hast im Mai mit „Für immer“ ein neues Album veröffentlicht. Es gibt auf der CD kein Lied das ebenfalls so heißt, aber es gibt unzählige Theorien und Ideen, warum du die Platte so betitelt haben könntest. Ist es für dich okay wenn wir den verschiedenen, möglichen Bedeutungen gemeinsam auf den Grund gehen? (lacht)

Monika Martin: Natürlich, sehr gerne sogar. Ich finde es unglaublich spannend neue Impulse oder Interpretationen zu hören.

ÖMM: Unser erster Gedanke war der englische Spruch „Forever is a long time“, was auf Deutsch so viel heißt wie „Für immer ist eine lange Zeit“. Du machst mittlerweile seit einer sehr langen Zeit Musik, seit 1996 um genau zu sein. Fühlt sich das für dich schon wie „für immer“ an? Kannst du dich an die Zeit davor überhaupt noch erinnern?

Monika: Die Zeit vergeht unheimlich schnell. Zu einem gewissen Grad fühlt sich meine Karriere tatsächlich fast wie eine Ewigkeit an, es sind jetzt immerhin doch schon 22 Jahre, in denen ich das machen darf was mir Spaß macht. Aber es gibt keinen Tag, an dem ich meine Erfolge oder meinen Beruf als Selbstverständlichkeit nehme. Ich sage immer, der Mensch denkt und Gott lenkt und ich hätte nie gedacht, dass ich so lange mit meiner Musik erfolgreich sein würde und sich das Ganze so entwickelt. Ich kann mich noch so gut an die Zeit davor erinnern. Mein großer Wunsch war damals eigentlich nur, meine Stimme einmal von einer CD zu hören. Dass ich heute nun bereits meine 22. CD in den Händen halten darf, macht mich sehr glücklich und auch dankbar.

ÖMM: Ein weiterer Gedanke, der uns zu dem Albumtitel gekommen ist, ist die Zeitlosigkeit. Speziell dank des Internets wird es deine Musik „für immer“ geben. Wie findest du den Gedanken, dass man sich vielleicht in 200 Jahren immer noch deine Songs anhört?

Monika: Ich mag diesen Gedanken, den du mir mit dieser Frage gerade gegeben hast. Aber es ist gleichzeitig etwas so Unvorstellbares, dass ich mir darüber kaum Gedanken mache. Ich mache meine Alben immer für den Moment. Das Album klingt so wie ich mich derzeit gerade fühle.

ÖMM: Dann fühlst du dich offenbar gerade ziemlich wohl, denn auf deinem neuen Album gibt es mit „Das Gefühl“ und „Ich tanze“ sehr moderne, flotte Songs, die man in dieser Form von dir bislang noch nicht kannte...

Monika: Meine Musik entsteht immer zuerst in meinem Inneren, denn nur so ist sie auch authentisch und glaubwürdig. Ich weiß, dass man mich vielleicht eher für meine ruhigeren Lieder kennt – ich spiele auch nach wie vor sehr gerne Kirchenkonzerte – aber das ist nicht meine ganze Persönlichkeit. Wer mich privat kennt, der weiß, dass ich auch schon mal gerne auf dem Tisch tanze (lacht). Man sagt auch: Keine Party ohne Ilse, das ist mein bürgerlicher Name. Nicht nur stille Lieder können der Seele gut tun, es kann auch sehr befreiend wirken, einfach mal abzutanzen. Außerdem bin ich so neugierig und höre auch so gerne unterschiedliche Musikgenres und Popmusik wie Lady Gaga, dass es mir einfach Spaß gemacht hat, auch mal in neue Gefilden einzutauchen. Ich habe meinem Arrangeur bei den beiden Songs sogar gebeten, diese Dance-Sounds noch lauter zu machen, weil ich sie so sehr liebe. Diese Lieder gibt es, weil sie mir gefallen und nicht, wie manche vermuten, weil es gerade modern ist. Ich habe mich noch nie einem Trend unterworfen.

ÖMM: Zurück zum „Für immer“: Du arbeitest schon seit vielen Jahren mit demselben Team zusammen. Spiegelt sich das womöglich auch im Titel wider?

Monika: Das stimmt, ich bin ein sehr treuer Mensch. Ich arbeite seit 1996 zum Beispiel bezüglich der Aufnahme meiner Stimme und dem Endmix immer im gleichen Tonstudio, bin mit allen Mitwirkenden in sehr engem Kontakt, kenne die Kraft des Teams und weiß, dass genau darin die Stärke liegt. In diesem „für immer“ und immer wieder.

ÖMM: Offenbar waren unsere Gedanken zu „Für immer“ allesamt nicht ganz falsch, aber auch nicht richtig. Was war nun wirklich der Grund, warum du das Album so betitelt hast?

Monika: Also die Geschichte ist die: Nach Konzerten kommen immer wieder Leute zu mir, die sagen: „Frau Martin, Sie waren mir viele Jahre lang gar kein Begriff, aber jetzt bin ich von Ihnen so begeistert, dass ich alle alten CDs auch nachgekauft habe.“ Meine Stimme polarisiert, die einen mögen sie nicht und die anderen lieben sie, dessen bin ich mir bewusst und dafür bin ich auch dankbar. Man erkennt meine Stimme. Besser polarisieren als guter Durchschnitt. Für mich bedeutet der Albumtitel deshalb so viel wie einmal Monika Martin, für immer Monika Martin.

Foto: © Pressefoto

 

 

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