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Coverstory: Die jungen Zillertaler

Obercool im Haifischpool

Erst im Frühjahr feierten die jungen Zillertaler mit dem Live-Album „Partykracher – Die größten Hits der JUZIs“ ihre Nummer-eins-Platzierung und auch mit der neuen CD „Obercool im Haifischpool“ schwimmen die Tiroler Musiker auf der Erfolgswelle. Wir haben JUZI-Frontmann Markus Unterladstätter deshalb zum großen ÖMM-Interview gebeten.

Mit ihren lustigen, eingängigen Liedern und ihrer mitreißenden Bühnenshow zählen die jungen Zillertaler seit bald 25 Jahren zum Höhepunkt jedes volkstümlichen Musikfestivals. Heuer wird aus dem „Highlight“ jedoch auch noch das „Hai-light“, denn Markus, Michael und Daniel sind für ihr neues Album „Obercool im Haifischpool“ auf Tauchstation gegangen. „Wir versuchen bei jeder Produktion unserer Kreativität freien Lauf zu lassen und so sind wir auch diesmal gemeinsam auf dieses Wortspiel gekommen. Unsere Albumtitel sollen immer die gesamte CD beschreiben und nicht nur einen einzelnen Song. ‚Obercool im Haifischpool‘ passt perfekt zu unserer Musik und zur sommerlichen Jahreszeit. Gleichzeitig ist er auch ein Hinweis auf unseren neuen Hit ‚Der kleine Haifisch‘“, erzählt JUZI-Frontmann Markus Unterladstätter im großen ÖMM-Coverstory-Interview. Mit ihrem Live-Album „Partykracher – Die größten Hits der JUZIs“ kletterte das Trio zu Beginn des Jahres auf Anhieb an die Spitze der österreichischen Album-Charts und hielt sich über acht Wochen in den Top-Platzierungen und nun steht mit „Obercool im Haifischpool“ bereits der nächste potentielle Kassenschlager in den Läden. „Musikalisch hauen wir wieder voll auf die Zwölf. Niemand kennt unser Publikum besser als wir. Mit jährlich rund 150 Live-Auftritten sind wir ganz nah an unserem Publikum dran und wissen, wo die Party-Reise hingehen muss.“ Wie eingangsbereits erwähnt, geht die Reise diesmal unter Wasser, wo für alle Fans der JUZIs der neue Megahit „Der kleine Haifisch“ wartet. Die eingängige Nummer darf in diesem Sommer auf keiner Party fehlen und sei laut dem Trio der gebührende Nachfolger des Fliegerlieds („So a schöner Tag“). „Es gibt auch zum kleinen Haifisch einen Tanz, außerdem dürfen sich unsere Fans diesbezüglich auch bühnenshowtechnisch auf eine große Überraschung freuen“, erzählt Markus Unterladstätter, der im selben Atemzug aber auch erklärt, dass die Musik bei den jungen Zillertalern dennoch stets Vorrang habe. „Wir setzen uns nicht an einen Tisch und versuchen da etwas zu erzwingen. Das kommt bei uns dann eigentlich immer von selbst. Ich glaube, es ist auch ganz wichtig, dass wir nicht irgendwelche Marketingkonzepte im Hinterkopf haben, sondern vorrangig ein tolles Lied mit einem lustigen Text für unsere Fans machen wollen. Bei uns hat alles einen natürlichen Lauf und der Haifisch-Tanz ist ganz spontan in fünfzehn Minuten entstanden und kommt bei unseren Fans super an.“

Angst vor den bissigen Tierchen mit der markanten Rückenflosse haben die JUZIs übrigens nicht. „Das große Glück ist ja, dass man nur sehr selten einen Haifisch in einem Pool findet und auch in unseren Zillertaler Gewässern gibt es keine, zumindest hätte ich noch von keinem Tiroler Hai gehört“, scherzt Markus im Gespräch mit ÖMM-Chefredakteur Daniel. Mit ihrem putzigen, speziell für die Single und das Album designten Hai will das Trio der Selachophobie – so wird die Angst vor Haien wissenschaftlich bezeichnet – eher entgegenwirken und die von Steven Spielberg („Der weiße Hai“, 1975) geschürte Furcht auslöschen. „Natürlich waren der Film und die dazugehörige Melodie die ersten Sachen, die uns zu dem Albumtitel eingefallen sind. Der Streifen ist absoluter Kult, aber unser Hai ist deutlich freundlicher. Das ist ein ganz kleiner, netter Hai, der niemandem etwas zu Leide tut und mit dem bösen weißen Hai nichts gemeinsam hat. Bei unserem Hai war der Vater wahrscheinlich ein Goldfisch“, lacht der JUZI-Frontmann.

„Bei unserem Hai war der Vater wahrscheinlich ein Goldfisch.“

Apropos Design: Für das neue Album „Obercool im Haifischpool“ wurde nicht nur ein Haifisch entworfen, sondern sehr viel mehr. Erstmals in der Geschichte der jungen Zillertaler sind Markus Unterladstätter, Michael Ringler und Daniel Prantl auf dem Albumcover nicht als Foto abgebildet. „Wenn man jährlich eine CD macht, dann verändert man sich vom Aussehen her nicht so gravierend. Da bei uns die Tracht auch ein fixer Bestandteil unserer Coverfotos ist, ist es nicht so einfach, immer wiederetwas Neues zu machen. Wir haben uns deshalb erstmals für ein gezeichnetes Cover entschieden, um etwas Abwechslung in unsere Diskografie zu bringen und etwas Außergewöhnliches zu machen.“ Die JUZIs haben deshalb mit Xi Ding Kontakt aufgenommen, dem Europameister im Schnellzeichnen und Gewinner des letztjährigen Politiker-Karikaturwettbewerbs der Zeitschrift NEWS. „Xi hat das dann genau so umgesetzt wie wir uns das vorgestellt haben. Zusätzlich zum Covermotiv und dem ganzen Booklet hat er für uns auch noch das komplette Bühnenbild neu designt. Das ist schon obercool geworden“, zwinkert Markus.

Der Titel des Albums kann übrigens auch noch mit einem Augenzwinkern interpretiert werden. Im Pressetext wird der Haifischpool nämlich mit der hart umkämpften Musikbranche verglichen. „Ich würde jetzt zwar nicht sagen, dass wir im Laufe unserer Karriere mit Haien zu tun hatten, aber das Musikgeschäft ist natürlich ein Gewässer, in dem auch gebissen wird. Wir haben allerdings das Glück, dass wir in den letzten Jahrzehnten zu einer eigenen Marke geworden sind. Unsere Gute-Laune-Musik kann man sehr schwer mit anderen Gruppen vergleichen, wodurch wir heute das Privileg genießen, in unserem eigenen Becken schwimmen zu können.“ Mit Hits wie „So a schöner Tag (Fliegerlied)“ und „Drob’n auf’m Berg (Zwergenlied)“ gelang dem Trio vor neun Jahren der große Durchbruch, seither regnete es für die jungen Zillertaler neun Gold- und zwei Platin-Auszeichungen sowie einen Amadeus Austrian Music Award. Ihre sympathische, lockere Art und ihre positiven Songs haben die JUZIs innerhalb kürzester Zeit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht, mittlerweile spielt das Trio rund 150 Konzerte jährlich und begeistert beziehungsweise „juzifiziert“ mit seiner Musik Alt und Jung.

„Bei uns ist das bandintern eine anz gängige Redewendung. Wenn wir irgendwas machen, dann sagen wir immer: ‚Das müssen wir aber noch juzifizieren‘“, verrät uns Markus im Gespräch. „Für mich bedeutet das musikalisch eine leichte Melodie mit eingängigen Texten zum Mitsingen, zu der man den Alltag vergessen und Spaß haben kann. Aber auch bei unseren Konzerten kann man das Wort verwenden. Wenn die begeisterte Menge nach zwei Stunden ‚Fliegerlied‘ mittanzen und singen mit Wackelmütze und guterLaune nach Hause geht, dann sind die Leute in gewisser Weise juzifiziert. Ein guter Freund von uns hat schon einmal gemeint, dass die Krankenkasse auch JUZI-Konzerte verschreiben können sollte, weil das Mittanzen und Mitsingen die beste Gymnastik sei. Gute-Laune-Therapie für Geist und Körper.“ Ein Highlight im Tourplan ist das alljährliche JUZIopenair. In diesem Jahr feiern sie bereits zum 19. Mal mit vielen Fans und tollem Vorprogramm am 18. August 2018 in ihrer Heimat Strass im Zillertal. Außerdem steht im kommenden Kalenderjahr bereits das 25-jährige Bühnenjubiläum an. Von Müdigkeit kann bei den jungen Zillertalern jedoch keine Rede sein, ganz im Gegenteil. „Wir sind Gott sei Dank immer noch fit, immer noch gleich motiviert und mit derselben Freude auf der Bühne wie schon vor 25 Jahren. Die Zeit ist extrem schnell vergangen. Natürlich ist in diesem Vierteljahrhundert sehr viel passiert, aber mich persönlich freut es am meisten, dass wir immer noch in derselben Besetzung spielen und Michael, Daniel und ich immer noch dieselben Freunde sind und am selben Strang ziehen wie zu Beginn unserer Karriere. Wir wollen den Leuten mit unserer Musik einfach Spaß bereiten und können das hoffentlich noch sehr lange weiterführen.“

Fotos: © Pressefotos

 

 

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