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Gianna Nannini

Per sempre Grande

Die italienische Rockröhre ist noch lange nicht müde und macht dies auch auf ihrer neuen CD deutlich.

Mit zerfetzten Jeans und Turnschuhen zeigt sie sich auf aktuellen Pressebildern – man könnte fast meinen, für Gianna Nannini wäre die Zeit stehen geblieben. Zwar ist die knapp Sechzigjährige über die vergangenen Jahre etwas ruhiger geworden, dennoch pocht in ihrem Inneren immer noch das Herz einer Revoluzzerin. In den siebziger Jahren, als italienische Musik auch außerhalb ihrer Heimat plötzlich immer populärer wurde, machte sie sich als junges Mädchen auf, um Sängerin zu werden. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum kam 1976 auf den Markt und zeigte erstmals welch einzigartig kratzige Stimme Gianna Nannini besitzt. Irgendetwas passte allerdings nicht. Ähnlich wie Adriano Celentano, Al Bano und Romina Power und das damals äußert erfolgreiche Duo Oliver Onions, das vor allem mit seiner Filmmusik für Bud Spencer und Terence Hill für Aufsehen sorgte, versuchte man auch Nannini in ein ruhiges, fröhliches Klangkonzept zu pressen. Nachdem sie die bekannte, italienische Rockband PFM kennenlernte, stieg sie auf einen etwas härteren Sound um und prägte damit nicht nur die Musikszene südlich der Alpen, sondern feierte plötzlich auch anderweitig große Erfolge. Das Genre "Italo-Rock" war geboren. Mit dem Album "California" (1979) gelang Gianna Nannini der endgültige Durchbruch, neben der Musik landete sie auch wegen dem skandalösen Cover – die Fackel der Freiheitsstatue in New York wurde durch einen Vibrator ersetzt – in den Schlagzeilen.

Die Blütezeit der Sängerin sollte allerdings erst kommen. Mit dem deutschen Produzenten Conny Plank nahm sie den Hit "Latin Lover" (1982) auf und wurde für das dazugehörige Album in Österreich, Deutschland und der Schweiz mit Gold ausgezeichnet. Langsam aber sicher begann sich die ganze Welt für Gianna Nannini zu begeistern. Nach dem Sommerhit "Fotoromanza" (1984) wurde ihre nächste Platte sogar in Südamerika, Südafrika, Australien, Südkorea und Japan veröffentlicht, auf der sich übrigens der heutige Italo-Klassiker "Bello E Impossibile" (1986) befindet. Nach der Hymne zur Fußball-Weltmeisterschafft 1990 in Italien ("Un’estate italiana") ging es zwar nicht ganz so rasant weiter, dennoch feiert die Rockröhre noch bis heute regelmäßig Erfolge. Ihr brandneues Werk "Inno" markiert nun schon die dritte Zusammenarbeit mit dem britischen Produzenten Will Malone, welcher für Gianna Nannini abermals in den legendären Beatles-Studios an der Abbey Road sehr besinnliche Piano-und Streichmelodien arrangiert hat. Reifer, aber immer noch voller Energie.

Foto: © Steven Sebring

 

 

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