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Coverstory: Sigrid & Marina

Schwesternpower

Das Duo aus dem Salzkammergut ist aus der heimischen Volksmusikszene nicht mehr wegzudenken. Anlässlich seines 15-jährigen Bühnenjubiläums, blicken wir  auf die bisherige Karriere des Duos zurück.

Seit fünfzehn Jahren steht das Schwesternduo Sigrid & Marina nun schon gemeinsam auf der Bühne und das vollkommen skandalfrei ohne Trennungsgerüchte oder Streitereien. "Natürlich haben auch wir unsere Meinungsverschiedenheiten, sonst wäre es vermutlich zu kitschig, aber es ist gesund wenn man sich immer alles so sagt wie man es sich denkt. Am wichtigsten ist, dass wir am Ende einer Meinung sind", sagt Marina über das Geheimrezept für das gute Verhältnis zu ihrer Schwester. Seit die etwas ältere Sigrid im Sommer 1984 ein kleines Schwesterchen bekommen hat, sind Sigrid und Marina unzertrennlich. Oma Josefa hat den beiden Mädchen schon sehr früh das Singen beigebracht, wenig später wurden ihre Stimmorgane in professionellen Unterrichtsstunden noch geschärft und die wichtigsten Griffe auf Gitarre und Keyboard erlernt. In der Folge sammelten die beiden Schwestern schon als Kinder erste Bühnenerfahrung. Vor fünfzehn Jahren formierten sie sich dann ganz offiziell zum Duo und absolvierten als "Sigrid & Marina" erste Live-Auftritte wie etwa bei lokalen Talentwettbewerben. "Hörst du La Montanara, die Berge, sie grüßen dich, hörst du mein Echo schallen, und leise verhallen" sangen sie bei ihrem allersten Auftritt, die deutsche Fassung des italienischen Volksliedes "La Montanara" (1927). Damit, dass diese Darbietung der Startschuss zu einer echten Bilderbuchkarriere sein würde, hatten die beiden damals noch dunkelhaarigen Sängerinnen bestenfalls erhofft, aber keinesfalls erwartet. Während es manchmal Jahre dauert bis Plattenfirmen und Fernsehstationen auf neue Talente aufmerksam werden, ging bei Sigrid & Marina alles ganz schnell. Bereits im Folgejahr veröffentlichte das sympathische Geschwisterpaar aus dem Salzkammergut seine erste Single "Freu Dich auf morgen" (1999) und schaffte es in seiner oberösterreichischen Heimat prompt ins Radio- und Fernsehprogramm des dortigen ORF-Landesstudios. Von dort aus ging es im Raketentempo weiter: "Licht ins Dunkel"-Gala mit Peter Rapp, "Wenn die Musi spielt" mit Arnulf Prasch sowie Konzerte in der Wiener Stadthalle, auf der Seebühne Bregenz und im Hallenstadion Zürich.

"Auch wir haben Meinungsverschiedenheiten, sonst wäre es vermutlich zu kitschig."

2002 begann für Sigrid & Marina mit ihrer ersten Teilnahme beim Grand Prix der Volksmusik ein besonders spannendes Kapitel ihrer Karriere. Gleich mit seiner dritten Single-CD "Bald kommt ein neuer Tag" versuchte sich das Schwesternduo bei dem traditionsreichen und bis vor einigen Jahren bedeutungsvollsten Wettbewerb der volkstümlichen Musiklandschaft. In der österreichischen Vorentscheidung erreichten die zwei auf Anhieb den fünften Platz und schnitten damit besser ab als ihre späteren Duettpartner, die Zillertaler Haderlumpen sowie Marc Pircher, der Sigrid & Marina fünf Jahre später als Moderator die Siegestrophäe überreichen sollte. Doch bis es soweit kam, mussten die beiden Gmunderinnen noch einige Male scheitern. Der fünfte Platz reichte nämlich nicht für eine Qualifikation und so musste sich das Duo das große Finale in Südtirol von der Fernsehcouch aus ansehen. In den darauffolgenden beiden Jahren verzichteten sie auf ein Antreten und bauten stattdessen ihre Fangemeinde weiter aus. Sowohl in Deutschland als auch der Schweiz wurden "Sigrid & Marina"-Fanclubs gegründet. Im Winter tourte das Geschwisterpaar im Tournee erstmals durch Deutschland und das Lied "Wir hab‘n die Buam so gern" avancierte in der MDR-Fernsehsendung "Achims Hitparade" zum Publikumshit. 2004 wurden Sigrid & Marina sogar mit dem Herbert-Roth-Preis als bestes Nachwuchsduo ausgezeichnet. Mit diesen internationalen Erfolgen im Rücken kehrten die beiden Sängerinnen im nächsten Jahr auf die Grand-Prix-Bühne zurück, scheiterten jedoch abermals bei der Vorausscheidung ("Träume sterben nie", 6. Platz). Nach einer ersten Tour durch die eidgenössischen Alpen und einem weiteren Nachwuchspreis, diesmal in den Niederlanden, versuchten sie es auch 2006 wieder, doch es wurde erneut nur ein fünfter Platz in der Qualifikation ("Genießen wir das Leben"). Doch Sigrid & Marina gaben nicht auf, glaubten an sich und an die gemeinsame Nummer mit den Zillertaler Haderlumpen und feierten 2007 mit "Alles hat zwei Seiten" sowohl in der rot-weiß-roten Vorausscheidung als auch beim Finale in Wien den Sieg. "Unser größter Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen", jubelten die beiden damals und verpassten ihrer Karriere damit noch einmal einen Schub. Vier Tage nach dem Grand-Prix-Sieg wurde das Duo für sein Album "Alles hat zwei Seiten" zum ersten Mal mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet und dabei sollte es in den Folgejahren nicht bleiben.

Erfolgslauf bis heute...

Vier weitere Gold-Auszeichnungen, einige Goldene Tulpen und der "Stier der Hohen Salzburg" in Weiß stehen mittlerweile bei den zwei Schwestern zuhause. Sigrid & Marina haben rund 200 Auftritte pro Jahr und sind heute aus der volkstümlichen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Seit dem damaligen ersten Auftritt sind nun schon fünfzehn Jahre vergangen und daher wird in diesem Monat in der Heimat so richtig gefeiert. Drei Tage nehmen sich die beiden Sängerinnen für ihre Fans Zeit und laden zwischen 19. und 21. September 2013 zur beliebten Kerzerlfahrt am Traunsee, zur gemeinsamen Wanderung und Heiligen Messe sowie einem großen Jubiläumskonzert. "Da werden diese fünfzehn Jahre dann wirklich ausgiebig mit allen Fans und Freunden gefeiert und darauf freuen wir uns schon ganz besonders", fiebert Sigrid dem Event entgegen. Außerdem wird bereits auf Hochtouren an einer neuen CD gearbeitet und für Ende Oktober ein weiteres Live-Highlight vorbereitet. In der oberösterreichsichen Gemeinde Kirchham gibt es die Lieder von Sigrid & Marina mit der Gruppe "Manfred Gradwohl & seine Allstars" erstmalig im Oberkrainer-Sound zu hören. Von Langeweile kann also keine Rede sein, stattdessen gibt es Schwesternpower!

Fotos: © Pressefotos, MCP Records

 

 

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