Home > Volksmusik > Coverstory: Marc Pircher >

Coverstory: Marc Pircher

Ohne Frauen geht nix!

Ein Jahr nach seinem letzten Album, veröffentlicht Marc Pircher bereits die nächste CD. Wir haben mit dem sympathischen Musiker über seinen Hang zum Perfektionismus sowie seinen frechen, neuen Song "Frauensache" gesprochen und ihn gefragt, wer denn bei ihm zuhause die Schlapfen anhat.

"Ab einem gewissen Alter kommt man einfach drauf, dass die Welt in Frauenhand liegt. Frauen sind die eigentlichen Regenten, die uns Männern gerne das Gefühl geben, wir wären es", erzählt Marc Pircher über den Titel seines neuen Albums. Zwei Jahre nach seinem großen, zwanzigjährigen Bühnenjubiläum veröffentlicht der fleißige Tiroler bereits sein nächstes Werk und legt sich diesmal der Damenwelt zu Füßen. Auf dem Coverfoto der neuen CD "Frauensache" zeigt er sich als Steighilfe, der gleichnamige und als erste Single ausgekoppelte Titelsong ist eine pointierte Ode an das vermeintlich schwächere Geschlecht. "Ich bin davon überzeugt, ohne Frauen geht nix und darum möchte mit der Platte allen Frauen ein Kompliment machen. Die Frauen gehören dazu. Mittlerweile ist das in der Gesellschaft auch ganz normal und das finde ich gut so." Die Idee für das Lied habe der Zillertaler schon länger im Kopf gehabt, im Vorjahr sei daraus aber endlich ein Lied entstanden. "Ich wollte das Thema mit einem zwinkernden Auge aufgreifen und Peter Wessely hat in meinem Auftrag dann einen überspitzten, aber wirklich sehr gelungenen Text geschrieben. Gemeinsam mit Christian Zierhofer wurde dann die Musik produziert und so ist ein Ohrwurm entstanden, der meiner Meinung nach großes Potential hat", freut sich Marc Pircher im exklusiven ÖMM-Interview. Die Reaktionen auf das Lied seien sehr positiv, es gebe viele Rückmeldungen und live komme das Lied sogar richtig gut an. Vor allem die Damenwelt hat mit Marc Pirchers frecher Frauenhymne richtig Spaß und singt bei den Konzerten gerne lauthals mit. Dass sich die Herren der Schöpfung durch das Lied auf den Schlips getreten fühlen, glaubt der Sänger übrigens nicht. "Die Männer, die meine Musik hören, sind schon in der Lage zu checken, dass das nicht so ernst gemeint ist. Wenn ich singe ´und wirst du als Mann geboren, dann hast du leider schon verloren´, dann ist das natürlich mit einem Lächeln gemeint. Das Ganze sollte man also schon mit einem gewissen Humor sehen", so der 36-Jährige. "Es soll also bitte niemand beleidigt sein."

"Die Männer, die meine Musik hören, sind in der Lage zu checken, dass das nicht so ernst gemeint ist."

Marc Pircher selbst ist mittlerweile seit drei Jahren verheiratet und hat mit Ehefrau Michaela zwei kleine Töchter, er wisse also selbst nur zu gut wovon er singe. "Ich habe mit ihr zwei Dirndln, also bei mir ist wirklich alles fest in Frauenhand", lacht der Musiker im Interview. Ansonsten habe sich für den Zillertaler durch die Eheschließung nicht viel geändert. "Das Eheleben ist für mich jetzt nicht viel anders, verglichen mit der Zeit, wo wir nur befreundet waren. Die Prioritäten setzen eigentlich die Kinder. Durch die Ehe ändert sich nichts, aber durch die Kinder ändert sich alles." Auf seiner neuen Platte gibt es daher nicht nur witzige Frauenlieder, sondern auch sehr persönliche und emotionale Songs zu hören. "Es ist so schön dass es dich gibt" ist eine Liebeserklärung an seine Frau, die Nummer "Mein Kind" ein Ständchen für seine jüngste Tochter Emma. "Das sind Songs, die nicht unbedingt auf der CD sind, um zum Hit oder im Radio gespielt zu werden, sondern die mir privat sehr wichtig sind. Es gibt Lieder auf einer CD, die macht man fürs Publikum, fürs Radio oder fürs Fernsehen, aber es muss auch Lieder geben, die man für sich selber macht. Diese zwei Lieder sind ein Dankeschön an meine Familie." Marc Pircher ist ein Familienmensch durch und durch, versucht trotz hunderter Auftritte im Jahr so viel Zeit wie möglich zuhause zu sein und bevorzugt selbst auf der Bühne eine familiäre Stimmung, wie uns der Sänger im Interview verrät. "Ich stehe gerne solo, im Duo, im Trio oder mit Band auf der Bühne, auch Konzerte in der Wiener Stadthalle vor tausenden Menschen haben ihren Reiz, aber am meisten Spaß machen mir die kleinen Geschichten. Wir waren beispielsweise gerade drei Tage in Deutschland und Belgien unterwegs und da waren bei jedem Konzert so zwischen zweihundert und fünfhundert Leute. In diesem Rahmen erreicht man das Publikum am meisten, weil es dann sehr familiär zugeht. Das ist mir eigentlich am liebsten."

Die hübschen Beine auf dem CD-Cover und den Pressefotos gehören Marcs Cousine Janina.

Und auch bei der Musikproduktion setzt Marc Pircher mittlerweile auf ein kleines, aber sehr familiäres Team. Helmut ´Hera Rasinger, Manfred ´Mani´ Wagner und Christian Zierhofer sind seine engsten Vertrauten, vor allem letzteren würde er heute um nichts in der Welt hergeben wollen. Nicht nur weil der Niederösterreicher ihn musikalisch am besten verstünde, sondern auch weil er Marc Pirchers Perfektionismus mittlerweile schon gewohnt sei. "Ich bin da fast etwas zu extrem und stehe mir manchmal selbst im Weg", erzählt der Tiroler und beichtet uns anschließend eine Geschichte der aktuellen CD-Produktion. "Ich war bei einem Auftritt in der Schweiz und habe mir eine neue Aufnahme angehört und war dann total fertig, weil sie mir überhaupt nicht gefallen hat. Ich hab den Christian Zierhofer nach zwölf Uhr nachts aus dem Bett geholt und habe ihm gesagt, dass er das noch mal machen muss. Ich war so vertieft und hab gar nicht an die Uhrzeit gedacht. Ich war dann selbst etwas über mich schockiert", lacht Marc Pircher. "Am nächsten Tag habe ich mich zweimal entschuldigt, aber Christian hat es zum Glück mit Humor genommen und meinte, dass es ihm noch nie passiert sei, dass jemand nach Mitternacht angerufen habe, weil beim dritten Lied das Becken zu laut wäre." Auch die neue Scheibe ist in enger Zusammenarbeit mit diesen Leuten entstanden und soll den Zuhörerinnen und Zuhörern vor allem Spaß bereiten. So gibt es auf "Frauensache" (VÖ: 16. Mai 2014) beispielsweise gleich mehrere Überraschungen: Aus dem legendären Discohit "YMCA" hat Marc Pircherschlichtweg den Song "Feiern is schee" gezaubert, außerdem gibt es ein wunderbares Duett mit Deutschlands Schlagerikone Claudia Jung. "Wir haben uns im Winter auf einer gemeinsam Tour besser kennen gelernt und da ist die Idee eigentlich entstanden. Sie war sofort angetan und von daher war das eine schöne und total unkomplizierte Zusammenarbeit." Eine Coverversion von Helmut Fischers Monaco-Franze-Kultlied "Spatzl schau wie ich schau" ist auf der neuen CD ebenfalls enthalten. "Es ist mir zehn Jahre lang ausgeredet geworden, das Lied aufzunehmen, jetzt habe ich es aber gemacht, weil es einfach mein absolutes Lieblingslied ist." Das Album endet mit dem musikalischen Schlussvorhang "Zeit zum hamgeh’n". "Das ist auch auf der Bühne immer das Schlusslied. Ich mag es, denn es rundet alles ab. Wenn’s am schönsten ist, soll man heimgehen und ein Publikum das zufrieden nach Hause geht, ist das schönste Lob für einen Musiker", sagt Marc.

Fotos: © Universal Music, Pressefotos, Produktfoto

 

 

Nächster ÖMM Erscheinungstermin

Aktuelle Ausgabe