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Coverstory: Die Grubertaler

Ab geht die Party und die Party geht ab!

Das Tiroler Trio hat sich in den letzten Jahren von einer rein volkstümlichen Gruppe zu einer der besten Volksmusik- UND Schlagerbands des Landes entwickelt. Anfang Jänner haben die Grubertaler nun bereits ihr sechstes "Partyhits"-Album auf den Markt gebracht.

Es gibt zwei Arten von zünftig und kaum jemand versteht es so gut wie die Grubertaler die beiden zu unterscheiden. Im Sommer wird in ihrer Heimat, den Tiroler Bergen, vor allem volkstümlich gefeiert und musiziert. In Lederhosen wird gejodelt bis es die Mädels aus den Dirndln haut und auch die Harmonika darf natürlich nicht fehlen. Als sich die Brüder Florian und Michael vor dreizehn Jahren mit ihrem Großcousin Reinhard Klingenschmid zum Trio "Die Grubertaler" formierten, stand zunächst genau diese Musik auf dem Programm: Zünftige Volksmusik aus dem Herzen Tirols. Innerhalb kürzester Zeit begeisterten sie ein Millionenpublikum und setzten mit ihrem zweiten Platz bei der Österreich-Ausscheidung und dem sensationellen vierten Rang im Endklassement des Grand Prix der Volksmusik 2004 ein klares Zeichen. Doch das sollte es für das Dreigespann noch nicht gewesen sein. Die Grubertaler wussten aus eigener Erfahrung, dass es nicht nur die Volksmusik ist, die die Leute feiern lässt. "In unserer Heimat Tirol spielen Volksmusik und Schlager eine wichtige Rolle. Die Stimmung in Diskos ist der Wahnsinn. Schlager- und Volksmusik wird schon lange nicht mehr nur beim Après-Ski gespielt – die Musikrichtung spricht immer mehr an, vor allem junge Mädls", erzählte Florian einmal in einem Interview und hat damit natürlich vollkommen recht. Dennoch ist es in der Winterzeit in den Skihütten weniger die zünftige Volksmusik, denn der zünftige Schlager, der für Stimmung sorgt.

Auf den Alben der Grubertaler waren daher schon immer auch ein paar Schlagernummern zu finden und auch bei ihren Live-Konzerten heizten sie dem Publikum gerne mit bekannten Partykrachern ein. Vor sechseinhalb Jahren kam es dann allerdings zu einem einschneidenden Erlebnis: 2008 verpassten die Grubertaler mit dem fünften Platz beim österreichischen Vorentscheid zwar knapp den erneuten Einzug ins "Grand Prix der Volksmusik"-Finale, dafür erhielten die drei Burschen noch im selben Herbst bei den Mountain-Music-Awards die Auszeichnung als "Best Party Schlager des Jahres". Vielleicht steckte in Florian, Michael und Reinhard also womöglich doch mehr Schlager als sie bis dahin dachten? Im Frühjahr 2010 wagten die drei Musiker daher den Schritt und veröffentlichten mit "Die größten Partyhits" ihre erste reine Schlager-CD. "Ein Herzenswunsch unzähliger Grubertaler-Fans, dem wir jetzt nachgekommen sind", meinte Florian Klingenschmid damals. Doch das vermeintlich einmalige Projekt wurde ein riesiger und im Vorfeld absolut nicht vorhersehbarer Erfolg. Das Album hielt sich nicht nursensationelle zehn Wochen lang in den Verkaufscharts, sondern knackte als erste Produktion der Bandgeschichte auch die Top-15. Somit war klar: Die Grubertaler fahren ab sofort zweischneidig!

"Wir haben in den letzten Jahren sehr viel Zeit in Schlagermusik investiert."

Schlager und Volksmusik wurde von nun an nicht mehr vermischt, sondern separat produziert. Boarische, Jodler und Polkas veröffentlichen die Grubertaler auf ihren volkstümlichen CDs, im Jänner wird hingegen traditionell mit Partyschlager für Stimmung gesorgt. Diese Entscheidung beflügelte die Karriere des Trios regelrecht. Das Interesse an den Grubertalern nahm spürbar zu und auch bei den Konzerten tauchten immer mehr und immer unterschiedlichere Menschen auf. "Unser Publikum ist immer extrem gemischt. Bei unserer Musik kommen die verschiedensten Leute zusammen." Und so konnte 2011 bereits der nächste Meilenstein gefeiert werden: Die zweite Party-CD schaffte es nämlich nicht nur bis auf Rang sechs der Charts, sondern wurde als erstes Album der Gruppe auch vom Verband der Österreichischen Musikwirtschaft mit einer Goldenen ausgezeichnet. Florian, Michael und Reinhard hatten sich also tatsächlich von reinen Volksmusikanten zu erfolgreichen Schlagerbarden entwickelt und das ohne ihre musikalischen Wurzeln zu vernachlässigen. Angetrieben von ihren Fans und eigenem Ehrgeiz war die Entwicklung der Grubertaler noch lange nicht abgeschlossen. Hatten sie auf den ersten beiden Schlageralben fast ausnahmslos bekannte Hits anderer Interpreten gecovert, so war es ein Jahr später an der Zeit für eigene Grubertaler-Partynummern. "Jetzt geht´s erst richtig los", verkündete das Trio damals und begab sich unter anderem mit den deutschen Hitfabrikanten Frank Lars und Michael Dorth (Michael Wendler, Fantasy, Die Amigos) ins Tonstudio, wo den Vollblutmusikern Lieder auf den Leib geschrieben wurden. Weitere Top-Platzierungen und Gold-Auszeichnungen waren die Folge.

"Wir haben in den letzten Jahren sehr viel Zeit in die Schlagermusik investiert und auch viel Schlager produziert", so Florian im vergangenen Sommer. Im letzten Jahr erschien zwar zum ersten Mal in vielen Jahren kein volkstümliches Album der Gruppe, allerdings müssen sich die Volksmusik-Fans keine Sorgen machen. Das neue Kalenderjahr beginnt aber auch heuer wieder mit neuer Musik für die Après-Skihütten. "Die größten Partyhits – Vol. VI" ist mittlerweile schonder sechste Teil der Erfolgsreihe und wird garantiert wieder für Stimmung sorgen. Wie gewohnt, präsentieren die Grubertaler darauf Coverversionen sowie neue Tanzhits. Unter anderem haben sich Florian, Michael und Reinhard diesmal "Hamma oder hamma net" der Alpenrebellen, "Wenn du glaubst der Himmel stürzt ein" von Fantasy, "Die letzten Flamingos" von Michael Larsen und "Braungebrannte Haut" von Nik P. vorgeknöpft und in Grubertaler’scher Manier neu interpretiert. Und auch von Matthias Reim befindet sich wieder ein Lied auf der neuen Platte. "Matthias Reim ist ein ganz großes Vorbild von uns, weil uns seine Musik einfach sehr gut gefällt", erzählen die drei, die sich diesmal für ein Cover seines relativ neuen Hits "Einsamer Stern" (2013) entschieden haben. Dazu kommen natürlich auch wieder eigene Nummern, für die einige neue Produzenten verantwortlich zeichnen: Das bereits im Vorjahr als Single ausgekoppelte "Im Hafen der Liebe" stammt von dem deutschen Schlagersänger Alexander Ferro, welcher gemeinsam mit Martin Pöham auch noch "Sehnsucht weil´s dich gibt" komponiert hat. Werner Eickhoff steuerte den Song "Komm wir fliegen" bei. Die Grubertaler machen abermals richtig Laune und wir sind schon sehr gespannt darauf wie sich die Platte schlagen wird. Vielleicht schafft es das Trio ja zum ersten Mal in seiner Karriere sogar auf Platz eins der heimischen Album-Charts.

Fotos: © Pressefotos

 

 

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