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Wolkenfrei

"Ich hatte Zweifel"

Im Vorjahr eroberte das Trio "Wolkenfrei" wie aus dem Nichts die Schlagerparaden, doch dann stiegen mit Marc Fischer und Stefan Kinski überraschend zwei Drittel der Formation aus. Wir haben mit Sängerin Vanessa Mai über ihre plötzliche Solokarriere gesprochen, warum sie dennoch unter dem Namen Wolkenfrei weitermacht und wie es ihr mit der Produktion ihrer neuen CD ergangen ist.

ÖMM: Seit der Veröffentlichung eures Debütalbums im Vorjahr ist ganz schön viel passiert. Wie hast du das alles erlebt?

Vanessa Mai: Es ging alles wahnsinnig schnell. Ich bin damals zu den beiden Jungs ja noch als Coversängerin eingestiegen. Plötzlich hatten wir ein Management, bekamen einen Plattenvertrag, das erste Album ist in Deutschland gleich auf der 18 eingestiegen. Das war verrückt, ich kann das noch gar nicht so richtig einordnen.

ÖMM: Marc und Stefan machten schon lange vor Wolkenfrei als Marc-Fischer-Band gemeinsam Musik und hatten doch wahrscheinlich immer auf den großen Erfolg hingearbeitet, jetzt ist er da und dann steigen sie plötzlich aus...

Vanessa Mai: Ich glaube, genau das war der Punkt, denn es war uns allen nicht wirklich klar was dieser Erfolg bedeutet und wie zeitintensiv das Ganze ist, vor allem wenn man wie die zwei noch Job und Familie hat. Es gab daher nur zwei Möglichkeiten: entweder wir machen gemeinsam weniger oder sie sagen "Mach‘ das Ding alleine und wir ziehen uns zurück". Ich ziehe vor ihrer Entscheidung den Hut und bin dafür sehr dankbar. Es gab aber definitiv keinen Streit zwischen uns und es war auch keine Entscheidung, die spontan von heute auf morgen gefällt wurde.

ÖMM: Wie ging es dir selbst damit?

Vanessa Mai: Ich hatte große Zweifel, auch an mir, ob ich das alleine schaffen werde und daran ob die Leute da draußen mich alleine überhaupt hören wollen. Für mich war aber immer klar, dass ich es probieren werde, weil ich ansonsten nie erfahren hätte wie es läuft. Hätte es alleine nicht geklappt, dann hätte ich halt damit leben müssen. Ein neues Trio zu formieren, kam für mich aber nie in Frage.

ÖMM: Du hast in einem Interview auch gesagt, dass du dich vor drei Jahren noch gar nicht solo auf die Bühne getraut hättest...

Vanessa Mai: Ja, das stimmt, deshalb bin ich den beiden Jungs auch wirklich sehr dankbar. Ich konnte unglaublich viel lernen. Es gab auch Auftritte, da standen nur fünf Leute vor der Bühne, alleine hätte ich da nicht den Mut gehabt, trotzdem aufzutreten. Die beiden waren da eine große Stütze.

ÖMM: Wie war dein erster Solo-Auftritt?

Vanessa Mai: Beim allerersten Konzert war ich sehr nervös, daran kann ich mich noch gut erinnern. Das war Wahnsinn, aber dafür war der Auftritt irgendwie auch viel intensiver, weil natürlich alle Augen auf mich alleine gerichtet waren. Aber ich hatte eine große Angst, weil ich überhaupt nicht wusste wie die Fans darauf reagieren würden, es hätte ja auch nach hinten losgehen können. Als es dann aber hieß: Schade, aber wir unterstützen dich weiterhin, da war ich sehr erlöst. Und beim ersten Auftritt war dann auch wirklich der ganze Fanclub dabei. Da habe ich vor Freude geweint.

ÖMM: Warum hast du dich eigentlich dafür entschieden, den Namen Wolkenfrei beizubehalten?

Vanessa Mai: Weil wir mit dem ersten Album schon einen Achtungserfolg verbuchen konnten, außerdem ist auf dem neuen Album musikalisch noch Wolkenfrei drauf. Also die Sounds und Songs sind sehr ähnlich zum ersten, deshalb war für uns klar, dass wir das unter diesem Namen weiterführen. Außerdem ist Wolkenfrei auch meine Geschichte, ich habe als Teil davon drei Jahre lang eine schöne Zeit gehabt. Ob es in der Zukunft irgendwann Vanessa Mai heißen wird, kann sein, aber zum jetzigen Zeitpunkt war es so das Beste.

ÖMM: In den deutschen Medien wurdest du zuletzt oft mit Helene Fischer verglichen, außerdem konnte man lesen, dass deine Kleidung knapp und deine Texte banal seien. Schmerzt dich das?

Vanessa Mai: Überhaupt nicht! Dazu, dass ich nur über die heile Welt singe, muss ich sagen: Ja, das tue ich und zwar mit Absicht. Ich möchte den Leuten nicht Probleme aus meinem Alltag vorsingen, sondern sie aus ihrem entführen. Und zu Helene: es ist ein Riesenkompliment mit so einer Künstlerin in einem Atemzug genannt zu werden, aber bei dem Vergleich zucke ich immer zusammen, denn ich finde ihn sehr hochgegriffen, weil ich gerade erst am Anfang meiner Karriere bin.

Foto: © Tim Dobrovolny

 

 

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